Ratskellerfest 2017

Sparkling wines of all colorZwischen dem 3.-6. August konnte man in Bremen eine Veranstaltung genießen, deren Hauptthema Wein war. Ich wohne seit zehn Monaten in Bremen und das ist zum ersten Mal passiert. Natürlich konnte ich es nicht verpassen.

Bremer Ratskeller beschäftigt sich seit mehr als 600 Jahren mit Weinhandel in Deutschland. Sie verkaufen nur deutsche Weine. Die Weine werden von mehreren Weinguten in Deutschland hergestellt, aber dann werden sie alle mit dem Etikett von Bremer Ratskeller verkauft. Das Etikett enthält aber auch den Namen von dem Hersteller. Dieses System finde ich sehr interessant, weil ich mir wenige Gründe, die dieses System für Weingüter vorteilhaft erweisen können, vorstellen kann. Aber anscheinend funktioniert das System seit einer langen Zeit für vielen Weingüter.

Für das Ratskellerfest wurden mehrere Zelte aufgebaut, in denen man unterschiedliche Weinerlebnisse geniessen konnte. Aromenzelt war eins von denen, wo man aromatische Weine aus Deutschland probieren konnte. Wir waren natürlich auch da. Man könnte hier sieben verschiedene Weissweine und einen Rotwein probieren. Die Preise waren zwischen 2,5 – 3,5 Euro pro 0,1 Ltr. Für mich wäre es noch spannender, wenn man mehrere Weine -vielleicht nur 0,05 Ltr.- von unterschiedlichen Preisstufen probieren könnte. Na ja, ich bin kein durchschnittlicher Verbraucher und deswegen was ich träume, wird selten wahr.

Soweit ich bis jetzt beobachten konnte, die Interesse an Wein ist sehr preissensibel in Bremen. Wenn ich in einen Weinladen eintrete und sage, dass ich mir gerne einen Wein -z.B. eine Flasche Riesling – kaufen will, kommt sofort die Frage: “welche Preisstufe?” Für mich wäre eigentlich der Preis nicht unbedingt ein entscheidender Faktor sein. Wenn ein Wein interessant genug ist, kann ich viel mehr bezahlen, als ich ursprunglich gedacht habe. Anscheinend ist das nicht so üblich in Bremen, sogar nicht so üblich in Deutschland. Michael Hornickel hat in seinem Artikel im Juni – Juli Ausgabe von Meiningers Weinwelt geschrieben, dass der Preis vom Wein ein wesentliches Einkaufskriterium in Deutschland ist, und dass der durschschnittliche Preis vom Wein in Deutschland unter drei Euro (2,92 Euro) liegt.

Nach ein paar -nicht teuere- Weißweine haben wir noch zwei Schaumweine – einen Riesling für meinen Mann und einen Spätburgunder für mich- probiert. Es gab noch zwei billigere Schaumweine, aber ihr weißt schon, dass ich nie den billigsten Wein trinke. Ich konnte leider meinen Wein nicht auftrinken, weil der für mich ein bißchen zu süß war und weil wir uns auf den Weg zu der Kellerführung machen mussten, die wir schon vor ein paar Tagen gebucht hatten.

Die Kellerführung war eine Gruppenführung und wir waren die jungsten Teilnehmer in der Gruppe – wie immer in Bremen. Die zwei Fremdenführer hatten sich so verkleidet, als ob sie von einem anderen Jahrhundert kamen. Ich vermute, dass es das 15. Jahrhundert war. Ich kann leider nicht genauer sagen und kann nur vermuten, weil sie Plattdeutsch gesprochen haben! Wir und ein paar andere Teilnehmer haben vom Anfang gesagt, dass wir sehr wenig oder gar kein Plattdeutsch verstehen konnten. Leider hat es keine große Wirkung gemacht!

In den ersten 15 Minuten war das klar, dass der Fremdenführer vorhatte, alles, was er auf Plattdeutsch erzählte, nur mit einem Satz in Deutsch zusammenzufassen. Dann sagte ich ihm, dass wir mehr Übersetzung brauchten. Ein anderer Teilnehmer stimmte mir zu und sagte, dass er auch kein Plattdeutsch verstand. Danach fing der Fremdenführer an, mehr auf Deutsch zu erzählen, aber noch immer nicht alles, und auf keinem Fall wurden die Witze für uns übersetzt.

Das war selbstvertändlich kein gutes Erlebnis für uns. Zum Glück kann ich -und mein Ehemann auch, sogar besser als ich- ein bisschen Schwedisch verstehen, und Plattdeutsch hat Ähnlichkeiten mit Schwedisch. Was ich noch schwieriger zu verstehen finde ist, dass fast niemand außer uns etwas gesagt hatte, obwohl in der Tat sehr wenige Teilnehmer in der Gruppe Plattdeutsch verstehen konnten. Das weiß ich ganz sicher, weil ich beobachtet habe, dass nur die ältesten Leute in der Gruppe fanden die Witze lustig (!). Außerdem habe ich nach der Führung draußen mitbekommen, dass mehrere Teilnehmer unter einander ausgetauscht haben, dass es besser für sie wäre, wenn die Führung in Hochdeutsch statt Plattdeutsch durchgeführt wurde.

So habe ich meine Erfahrung mit meiner ersten Weinveranstaltung in Bremen gemacht. Eine kleiner Kulturschock war das Nebenprodukt davon. Nach der Führung haben wir etwas gegessen und noch ein Glas Wein getrunken, und ich habe mich gewünscht, dass es in der nahen Zukunft mehrere Weinveranstaltungen in Bremen gibt. Ich habe immernoch Hoffnung 🙂

Cellar

Englisch:

There was a wine event between the 3rd and 6th of August. I have been living in Bremen for ten months, and this happened for the first time. So, I could not miss it.

Bremer Ratskeller has been dealing with wine trade in Germany for more than 600 years. They sell only wines of Germany. The wines are produced by several vineyards in all over Germany, but then they are all sold with the label of Bremer Ratskeller. The label also contains the name of the manufacturer. I find this system very interesting, because I can’t really understand how this system can be beneficial for wineries. But apparently the system has been working for many wineries for a long time.

Several tents were set up in the city center for the Ratskellerfest. Each tent had another purpose. There was the aroma tent for instance, where you could taste aromatic wines from Germany. We were there, of course. There were seven different white wines and a red wine available. The price range was between 2.5 – 3.5 euro per 0.1 ltr. For me it would be even more exciting if I could try several wines – maybe only 0.05 Ltr.- of different price levels. Well, I’m not an average consumer and that’s why my dreams rarely come true.

As far as I could observe so far, the interest in wine is very price sensitive in Bremen. When I enter a wine shop and say for instance that I like to have a bottle of Riesling, I receive the following question immediately: “which price level?” For me, the price would not necessarily be a decisive factor. If a wine is interesting, I can pay much more than I originally thought. Apparently this is not so common in Bremen, even not so common in Germany. Michael Hornickel wrote in his article in the June – July issue of Meiningers Weinwelt that the price of wine is an essential buying criterion in Germany, and that the average price of wine in Germany is less than three euros (2.92 euros)!

So, after a few -not expensive- white wines, we tried two sparkling wines – a Riesling for my husband and a Spätburgunder for me. There were two cheaper sparkling wines, but you know I don’t drink the cheapest wine. Unfortunately, I could not drink all of my wine, because it was a bit too sweet for me and because we had to make our way to the cellar tour we had booked a few days ago.

The cellar tour was a group tour and we were the youngest participants in the group – as it usually happens to us in Bremen. The two guides had dressed as if they were from another century. I guess it was the 15th century. I can not say more precisely, but I can only guess because they were speaking Plattdeutsch! We and a few other participants have said immediately that we couldn’t understand Plattdeutsch. Unfortunately, it didn’t change much!

After the first 15 minutes, it was clear that the tour guide was planning to tell everything in Plattdeutsch and then summarize what he said in German with only one sentence. I told him at that point that we needed more translation. Another participant agreed with me and said that he did not understand anything either. After this, the tour guide began to tell more in German, but still not everything, and in no case were the jokes translated for us.

This was by no means a good experience for us. Fortunately, I can understand -and my husband even better than I- a little Swedish, and Plattdeutsch has similarities with Swedish. What I find even more difficult to understand is that almost no one except us said anything, although in fact very few participants in the group could understand Plattdeutsch . I know this quite sure, because I have observed that only the oldest people in the group found the jokes of the guide funny (!). In addition, after the tour, I have noticed that several participants exchanged among themselves, that it would have been better for them if the tour was held in German instead of Plattdeutsch.

So I made my experience with my first wine event in Bremen. A minor cultural shock was the byproduct of it. After the tour, we ate something and drank another glass of wine, and I wished that there would be several wine events in Bremen in the near future. I still have hope 🙂

 

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